mein leben ist ja ganz ok, zumindest in gewissen bereichen. aber das ist es einfach noch nicht.

damit ich so richtig glücklich sein kann, müssen sich noch ein paar wesentliche dinge ändern. ich muss mich ändern. andere müssen sich ändern. die welt muss sich ändern.

erst dann kann ich wirklich glücklich und zufrieden sein. zumindest eine zeit lang, denke ich …

so spricht einzig und allein das ego!

denn: ich werde nie so sein, dass mein ego, insbesondere auch mein innerer ktitiker, dauerhaft zufrieden sein wird. genauso ist es mit anderen menschen. ja, gewisse dinge können sich ändern und werden sich auch ändern. aber: dem unablässig unzufriedenen ego wird das nie genügen, es wird uns nie länger als ein paar momente des glücks gönnen bis es uns wieder diverse unzulänglichkeiten, grobe falschheiten und echte unmöglichkeiten aufzeigen wird. und dann? ist unser kurzes glücksgefühl auch schon wieder verschwunden. da ist ein neues to-do, ein neuer makel, der korrigiert werden muss. so leben wir tagein tagaus in demselben ego-hamsterrad, ständig bemüht, ständig unzufrieden, ständig genervt.

bis der moment kommt, wo wir eine andere form von glück finden. ich nenne es jetzt einfach einmal: unbedingtes glück. ein gefühl von innerer zufriedenheit, das keiner äußerlichen korrektur bedarf, so gut wie unabhängig von den gegenwärtigen umständen ist.

aber: dafür müssen wir hinter das ego blicken. uns nicht mehr von seinem ständigen geschwätz ablenken lassen. ruhig werden. klar werden. wie ein kleiner teich, dessen wasser sich langsam zu klären beginnt, nachdem all die schnatternden enten weggeflogen sind.

wir werden der stille beobachter, sehen die welt und all ihre geschehnisse mit einer gewissen distanz.

auf einmal merken wir, dass dieses ganze weltenspiel schon immer chaotisch war, menschen waren schon immer gut und böse, jeder eine ganz eigene mischung. es gab immer wieder probleme, vor die wir gestellt wurden, schwierige globale konflikte, wetterextreme, korrupte politiker, neuartige viren oder bakterien, kriege, die neu entfacht wurden oder vulkane, die wieder aufloderten.

so war die welt schon immer. das größere säugetier frißt das kleinere. ist das fair? für unser moralisches verständnis oft nicht. aber es ist, wie die natur nun einmal beschaffen ist. unser ego mag diese dinge immer wieder verurteilen, mit einem dicken roten stift anstreichen und als korrekturbedürftig anprangern.

aber: irgendetwas tief in uns weiß auch, dass diese welt nun einmal ist wie sie ist und dass all dieses wechselhafte spiel aus gut und böse einen großen teil dieser unfassbar spannenden geschichte auf dem planeten erde ausmacht. ein leben, das sich in so vielen verschiedenen facetten wie es lebewesen gibt, präsentiert.

und dann vielleicht auf einmal ein moment der erkenntnis: ja, das ist es doch! genau dieser moment. jetzt. absolut vollkommen! in all seiner tragik oder schönheit, in meinem eigenen kleinen leben genauso wie global gesehen. es ist vielleicht nicht perfekt, aber was, wenn das nie das ziel war?

was, wenn es immer nur um diesen jetzigen moment ging? egal, wie er sich gerade anfühlt, egal, was gerade geschieht: genau das ist es!

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