ohne lineal

all unsere werte, all unsere urteile sind wie striche auf einem fiktiven moralischen lineal.

ganz unten befindet sich der marker für alles, was total mies und schlecht, moralisch verwerflich und unmenschlich ist: das sogenannte „böse“.

ganz oben befindet sich der marker für alles, was erstrebenswert und vorbildlich ist, moralisch und ökologisch einwandfrei: das sogenannte „gute“.

dazwischen befindet sich eine riesige bandbreite an mehr oder weniger richtig/gut bzw. falsch/böse markierungen.

in der mitte befindet sich oft ein eher vages undefiniertes niemandsland. da sehen wir meist auch nicht so genau hin, denn das interessiert uns nicht sonderlich.

und wozu dient nun so ein moralisches lineal? um ständig alles in unserem leben zu bewerten: jede situation, jeden menschen. dinge zu bewerten gibt uns schließlich eine gewisse sicherheit und das reizvolle gefühl etwas zu wissen.

was denkst du nun, was passieren würde, wenn du dein lineal einmal kurz zur seite legst?

und deine aktuelle wahrnehmung hätte keinerlei positionierungsstrich auf einem moralischen wertekodex?

wie würden sich diese momente vollkommener wertungs-freiheit anfühlen?

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