egal, was ich mache, egal, wo ich bin, ständig lauern mir seifenblasenträume auf! irgendwo poppt immer ein bild auf, das mir sagen will: „ich hab was was du unbedingt brauchst!“. verheißungsvolle „wenn… dann“-träume versuchen mich unaufhörlich in ihren bann zu ziehen.

sie alle versprechen mir: wenn ich das und das mache, kaufe oder buche, dann werde ich endlich erfolgreicher, begehrter und zufriedener sein. dann werde ich auch so toll und glücklich aussehen wie diese lächelnden werbeprotagonisten, die doch allesamt nur gefaked sind.

wie viele jahre (besser: jahrzehnte!!!) bin ich diesen in ständig neuen farbschattierungen getünchten wunschbildern hinterher gerannt! fast wie eine mondsüchtige, willenlos einem urtrieb folgend! oder etwas kritischer betrachtet: dem von klein auf antrainierten druck der westlichen konsumgesellschaft gehorchend?

aber irgendwann wurde mir klar, dass es nur zwei szenarien gab. entweder: ich war erfolgreich und schaffte es, eine dieser verheißungsvollen traumblasen einzufangen. oder: ich versagte und schaffte es nicht. dann musste ich mir wohl oder übel eine neue seifenblase suchen, der ich wieder hinterher jagen konnte.

schlussendlich führte beides zu unschönen frustmomenten. denn sogar im falle eines sieges blieben mir bestenfalls klebrige finger!

ist es nicht unglaublich, dass wir eigentlich schon seit unserer kindheit wissen, dass jede seifenblase zerplatzt, sobald wir sie endlich in händen halten?

aber damals hat uns das nicht gestört. wir sind immer wieder unbekümmert der nächsten seifenorgie hinterher gelaufen. uns ging es auch nicht wirklich um das einfangen der zarten traumblasen, sondern vielmehr um den spaß am spiel.

aber nun bin ich kein kleines kind mehr.

und, ganz ehrlich gesagt: mit jedem lebensjahr wurde dieses ewige wünsche-hinterher-jagen- spiel immer monotoner und frustrierender! irgendwann kann man sich einfach nichts mehr vormachen. eine traumblase ähnelt der anderen und man hat genug von den ständigen spritzern im gesicht.

deswegen fühle ich mich auch gerade, wie wenn ich aus einem tiefen traum erwache. einem dieser träume, wo man sich ständig nur abmüht und läuft und läuft, ohne jemals anzukommen.

wie es aussieht, ist mein seifenblasentraum endlich geplatzt!

guten morgen du wunderschöne welt!

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